26.6.06

Poker um Schering - Rabiat, aber leider legal

"... Zurück zur Tagesordnung? Wohl kaum. Zu spektakulär war Mercks Vorgehen. Dass sich die Zeit der Deutschland AG, in der ein komplexes Netz gegenseitiger Beteiligungen und persönlicher Beziehungen vor Angriffen aus dem Ausland schützte, dem Ende zuneigt, ist nicht neu. Dass aber ein einheimischer Akteur wie Merck – laut Eigenwerbung »das älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen der Welt« – einem deutschen Konkurrenten in diesem Stadium einer Übernahme in die Parade fährt und es kühl kalkulierend unter Druck setzt, schien bis vor kurzem undenkbar.

Der Kampf um Schering ist ein Präzedenzfall wie 2005 der Kampf um die Deutsche Börse. Mit dem Unterschied, dass es damals ausländische Hedge Fonds waren, die aggressiv die Grenzen des am Kapitalmarkt Erlaubten austesteten. Mercks Vorgehen, so legal wie rabiat, wird zu einer neuen Diskussion über Transparenz und Kontrolle in Deutschland führen. Dieser Fall wird die Topmanager argwöhnischer machen und das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen verändern. Er wird die deutsche Wirtschaft prägen. ..."

Quelle: www.zeit.de

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