22.6.06

Betrug im Namen Allahs?

"... Von der deutschen Öffentlichkeit fast unbemerkt, kam es kürzlich beim Berlin-Besuch des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zu einem Eklat. Aus einer Versammlung von Deutschtürken an der Urania erhob sich Muhammet Demirci, der Mann, der seinen Regierungschef im Verdacht hat, an einem der größten Betrugsskandale der letzten Jahrzehnte beteiligt zu sein. Es geht nach konservativen Schätzungen um 25 Milliarden Euro, die sogenannte Islam-Holdings den in Deutschland lebenden Türken, den "Almancis", abgeknöpft und nie wiedergegeben haben. Von einer Million Geschädigten europaweit sprechen die Selbsthilfeorganisationen.

Erdogan, der an jenem 26. Mai nicht bemerkt hatte, daß die Mikrophone des türkischen Senders ATV noch nicht abgeschaltet waren, verlor die Fassung und nannte Demirci einen "Betrüger", der an seinen Verlusten selbst schuld sei - worauf dieser bei der Berliner Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen ihn stellte. Seither beschäftigt der Fall die türkischen Tageszeitungen fast täglich. Auch eine parlamentarische Untersuchungskommission befaßte sich mit der Angelegenheit - allerdings sind in ihr unter anderen Mitglieder der Regierungspartei federführend, die selbst als Werber für die Holdings tätig waren.

Die Islam-Holdings sind Gesellschaften, die vor allem in den neunziger Jahren an den Moscheen in Deutschland das in Jahrzehnten harterarbeitete Geld der Almancis unter traumhaften Renditeversprechen einsammelten und dann schon nach zwei Jahren "Konkurs" anmeldeten. ..."

Quelle: www.welt.de

"... Beim Skandal um die Islam-Holdings handelt es sich in Wahrheit um zwei Skandale: Der eine ist der Betrug, der andere ist das Versagen der türkischen Politik, sich der Sache angemessen anzunehmen. Die Frage ist, ob es politische Hintergründe gibt, die erklären, warum die Regierung in Ankara nichts tut. ..."

Quelle: www.welt.de

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