31.7.07

Gehaltstrend Rechtswesen

"... Mehr als 99.000 Studenten waren laut Statistischem Bundesamt im Wintersemester 2005/2006 an deutschen Hochschulen im Studienfach Jura eingeschrieben. Seit Jahren liegen die Zahlen so hoch. "Der Run auf das Jurastudium ist ungebrochen", bestätigt Cord Brügmann, der beim Deutschen Anwaltverein (DAV) das Dezernat "Aus- und Fortbildung" leitet.

Bei Abiturienten herrsche noch immer der Glaube vor, dass man mit Jura später alles machen könne. "Und in gewisser Weise stimmt das ja auch - wenn man gut ist", schränkt Brügmann ein. Aber es gebe eben auch viele, die sich für das Jurastudium entschieden, weil ihnen nichts Anderes einfalle.

... Stellen die Studierenden dann in höheren Semestern fest, dass ihnen Jura doch nicht liegt, ist es meistens zu spät zum Wechseln. "Im Schnitt legen die Studenten nach zehn Semestern das erste Staatsexamen ab", sagt Ulrich Scharf, Vizepräsident der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK). "Diese erste Prüfung liegt also recht spät, befähigt einen aber noch nicht mal zum Arbeiten als Jurist, dafür ist noch das zweite Staatsexamen erforderlich."

Ein Umschwenken in einer so späten Phase des Studiums auf ein anderes Fach fällt vielen schwer und so kommt es, dass jedes Jahr neu ausgebildete Juristen auf einen Arbeitsmarkt drängen, der nur den Absolventen mit guten bis sehr guten Noten eine echte Chance bietet. Letzteren steht eine Karriere als Richter, Staatsanwalt oder in einer großen Kanzlei offen - wenn sie sich anstrengen. Der Rest muss sich darauf beschränken, wesentlich kleinere Brötchen zu backen. ..."

Quelle: www.monster.de

Unterm Strich nichts Neues, aber immerhin ein paar mahnende Worte. ;-)

2 Comments:

Anonymous Anonym said...

...und grade diese mahnenden Worte sind nun wirklich nichts neues.

Schlimm genug, dass unter den Kanzleien dieser unsägliche vb-Fetischismus herrscht.

Daraus abzuleiten, dass die Leute doch bitte alle lieber Ingenieurswissenschaften studieren sollten, macht mich jedesmal rasend. Sollen die Leute doch lieber was ordentliches studieren, etwas, das sie "wissen", dass sie das wollen?

Germanistik? Anglizistik? Architektur? Kulturwissenschaften? Politologie?

Die Leier ist doch überall die selbe. Keine Stellen, viel zu viele Studenten. Und Naturwissenschaftler kann nunmal nicht jeder werden. Das werden diejenigen, die uns Studierenden diese Dinge immer unter die Nase reiben, ganz genau wissen (die haben nämlich meistens Jura oder Germanistik studiert und also genau das gemacht, was sie unserer Generation andauernd schlechtreden).

01 August, 2007 09:47  
Anonymous Anonym said...

Der VB-Fetischismus ist doch keine Eigenart der Kanzleien.
Wenn ich bei www.Karriere-Jura.de einmal quer durchsehe, dann will auch jeder zweite Arbeitgeber aus dem Bereich der nicht-Kanzleien ein VB.
Damit wäre es aber eher ein Markt-typisches Verhalten: wenn ein genügend großes Angebot an gut qualifizierten Juristen gegeben ist, kann der Nachfrager von Arbeit entweder einen geringen Preis bieten (wenig Gehalt) oder umgekehrt bei gleichem Gehalt eine hohe Qualifikation verlangen...

01 September, 2007 16:09  

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