21.7.06

Tödliche Mutterliebe

"... Weil sie an einer Wochenbettpsychose leidet, tötet eine junge Frau ihr zwei Wochen altes Kind. Vor dem Landgericht Mainz beginnen die Gutachter ihr zermürbendes Werk. Die Geschichte eines Martyriums, das nach fast vier Jahren mit einem Freispruch endet.

... Man darf sich fragen, in welches Elend Susanne Pax wohl noch geraten wäre, hätte das Schicksal sie nicht in die bürgerliche Mittelschicht, sondern in die soziale Randständigkeit hineingesetzt, aus der sich die Population der von der Strafjustiz Verfolgten üblicherweise rekrutiert. Was wäre aus ihr geworden, wären ihr – wie den meisten Beschuldigten – keine kämpferischen, sondern gleichgültige oder hilflose Eltern an die Seite gestellt worden? Hätte sie – wie die meisten Angeklagten – einen jener unzähligen Pflichtverteidiger zugeteilt bekommen, die ihre Mandanten tatenlos dem Lebenslang entgegentreiben lassen? Dass die Sache Pax für die Angeklagte – und für Strafjustiz – schließlich doch noch einigermaßen gut ausgehen wird, hat vermutlich auch damit zu tun, dass es sich bei ihr um eine Tochter aus gutem Hause handelt – und nicht um eine der üblichen Verdächtigen. ..."

Quelle: www.zeit.de

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